Logogramm Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen

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Wasserturm, Mannheim Die AKs in den 80er Jahren

Erfolgreiche Arbeit der Arbeitskreise

Neben zahlreichen Veranstaltungen zum Schwerpunktthema Mitte der achtziger Jahre „Arbeit für morgen – Gemeinschaftsaufgabe heute“, bei dem deutlich wird, dass eine dauerhafte Verminderung der Arbeitslosigkeit von höherer Mobilität, Flexibilität der Arbeitnehmer, aber auch der arbeitgebenden Unternehmen bei der Verteilung und der Gestaltung der Arbeit abhängig ist, leisten die Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen überaus erfolgreiche Arbeit in den einzelnen Arbeitskreisen und führen herausragende Einzelprojekte durch. Auf der Bundeskonferenz der Wirtschaftsjunioren 1984 erhalten sie den Wanderpreis für den aktivsten Juniorenkreis Deutschlands.

Kritisches Engagement in der Politik (KEP)

Der Arbeitskreis Kritisches Engagement hat sich zum Ziel gesetzt, in der Politik und Gesellschaft die wichtige Funktion der Unternehmer deutlich zu machen und wirtschaftlichen Sachverstand in Politik und Gesellschaft einzubringen, um dadurch den Eingriffen des Staates in die Wirtschaft und den vor allem im rechtlichen und administrativen Umfeld der Wirtschaft für Innovation und Wachstum entstandenen Hemmnissen zu Leibe zu rücken. Unkenntnis ist der Boden für falsche Propaganda! Weil die Kenntnis über die wirtschaftlichen Zusammenhänge und die gesellschaftlichen Aufgaben der Unternehmen fehlt, ist es leicht, der Bevölkerung Unternehmen und Unternehmer als Einrichtungen zu suggerieren, die Profit, das heißt unberechtigten Gewinn, machen. Durch zum Teil spektakuläre Aktionen betreibt der Arbeitskreis Aufklärungsarbeit vor Ort. Mit dem Projekt „Wirtschaftsjunioren plakativ“ im Jahre 1985 spricht der Juniorenkreis breite Bevölkerungsschichten über Großplakate an exponierten Stellen gezielt an und informiert über aktuelle wirtschafts- und sozialpolitische Themen und Zusammenhänge. 1990 bekennen die Wirtschaftsjunioren in den Fußgängerzonen von Mannheim und Ludwigshafen mit einer Dia-Show Farbe mit ihrer Aktion „35-Stunden-Woche NEIN! Flexible Arbeitszeit JA!“. Vor dem Hintergrund eines enormen Fachkräftemangels und der wirtschaftlichen Veränderungen aufgrund des EG-Binnenmarkts wehren sich die Wirtschaftsjunioren gegen das tarifliche Arbeitszeitdiktat und machen deutlich, dass insbesondere die Masse der kleinen und mittleren Unternehmen keine weiteren Arbeitszeitverkürzungen verkraften kann. Um mehr wirtschaftlichen Sachverstand in die Politik einzubringen, ist die Mitarbeit von Unternehmern bei den politischen Parteien und in den Parlamenten von großer Bedeutung, weil nur so die Wirtschaft ganz unmittelbar bei den Entscheidungsprozessen beteiligt ist und Einfluss nehmen kann. Eine Vielzahl von Wirtschaftsjunioren ist deshalb entgegen früherer Praxis politischen Parteien beigetreten und übernimmt politische Verantwortung. Kandidaten, die sich für einen Sitz in den Kommunalparlamenten und den Landtagen bewerben, werden von den Wirtschaftsjunioren unterstützt. Zur dieser Zeit sind zwei Wirtschaftsjunioren im Mannheimer Gemeinderat vertreten.

Arbeitskreis Internationales (AKI)

Dieser Arbeitskreis trägt der Notwendigkeit grenzüberschreitender Kontakte als Beitrag zur wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Integration Europas Rechnung. Er unternimmt zahlreiche Exkursionen ins Ausland, u.a. nach Kenia, in die Niederlande, nach Portugal und Ungarn. Er pflegt enge Kontakte zu der Schwesterorganisation in Toulon und der Vertretung der Wirtschaftsjunioren Deutschland beim European-Multi-Twinning (EMT) und nimmt an internationalen Projekten teil. Ein Schwerpunkt ist das Projekt Wasserpumpen für Kenia. Beim EMT-Treffen 1983 in Kolding/Dänemark erklären sich die Wirtschaftsjunioren spontan bereit, an einem Projekt ihrer holländischen Freunde aus Alphen aan den Rijn mitzuwirken. Dabei geht es um Entwicklungshilfe in Kenia, wo die Wasserversorgung der Landbevölkerung sichergestellt werden soll. Ungenutzte Bohrlöcher sollen mit knapp 5000 DM teuren Wasserpumpen bestückt werden, die mit ihrer robusten, einfachen Technik das dort kostbare Nass aus bis zu 150 Meter Tiefe heraufholen. Über Organisation und Erfolg des Projekts berichtet der ehemalige Wirtschaftsjunior und jetzige JC-Senator Dr. Axel Weber: Auf der Basis der Berlin-Deklaration des JCI-Weltkongresses 1981 initiieren die Junioren aus Alphen/Niederlande zusammen mit den Junioren von Mannheim-Ludwigshafen im Frühjahr 1982 das gemeinsame Projekt „Wasserpumpen für Kenia“. Die Vereinten Nationen empfehlen die VLOM-Pumpe. Sie entspricht den genannten Anforderungen und kostet ca. 4.500 DM. Beim Bundeskongress 1983 in Nürnberg stellte Mannheim- Ludwigshafen in einer eindrucksvollen Präsentation das Projekt den Delegierten vor. Der Erfolg dieser Präsentation war unerwartet groß. 42 deutsche Juniorenkreise haben sich entschlossen, das Projekt zu unterstützen. Auf diese Art und Weise kamen 15.000 DM zusammen. Weitere 10.000 DM erbrachte die Tombola, die die Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen für den Ball bei der Bundeskonferenz in Nürnberg organisiert hatten. Das Projekt hat eine hohe Auszeichnung erfahren: Der Weltkongress der JCI 1984 in Montreal hat den Kreisen Aphen und Mannheim-Ludwigshafen den Preis für das beste internationale Gemeinschaftsprojekt, die sogenannte Finnland-Trophy, verliehen. Auch die Exkursion 1984 nach Mombasa steht im Zeichen der Wasserpumpen-Aktion. Die Wasserpumpen-Aktion wird 1985 wegen ihres großen Anklangs auf ganz Afrika ausgedehnt. Bei der Ruanda-Ausstellung vom 2. bis zum 13. September 1985 in den Geschäftsräumen der Stadtsparkasse Ludwigshafen überreichen die Junioren an den Innenminister von Rheinland-Pfalz, Kurt Böckmann, symbolisch das Bild einer Wasserpumpe. Aufgrund der Ähnlichkeit der Ziele und ihrer Verbundenheit zum Land Rheinland-Pfalz hatten die Wirtschaftsjunioren die rheinland-pfälzische Ruanda-Ausstellung nach Ludwigshafen geholt. Die stolze Bilanz nach zwei Jahren: Mit Spenden aus Kreisen der Wirtschaft können die Wirtschaftsjunioren 15 Wasserpumpen für unterentwickelte Länder in Afrika bereitstellen. Mut, Ideenreichtum und Kreativität zeichneten schon immer die Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen aus. So auch beim EMT-Treffen in High Wycombe 1985, bei dem man mit einer großen Delegation gleichzeitig Reklame für das im Folgejahr in Mannheim stattfindende Treffen machen will. Die Hauptattraktion ist jedoch eine Truppe sportlicher Junioren, die per Fahrrad von Mannheim nach High Wycombe unterwegs sind. Die Mannheim-Ludwigshafener werden auf den letzten Kilometern begleitet vom Radsportverein High Wycombe sowie von mit Funk ausgerüsteten Begleitfahrzeugen. Rund um das Kongresszentrum wehen Mannheim-Fahnen, Deutschland-Fahnen und Wirtschaftsjunioren-Fahnen, und 250 Junioren aus ganz Europa stehen Spalier und feiern die Ankömmlinge stürmisch. Die Mannheim-Ludwigshafener Junioren werden für die gelungene Präsentation und dieses außerordentliche Spektakel im Folgejahr durch eine große Beteiligung beim Kongress in Mannheim belohnt. Der Festigung und dem Ausbau der Beziehungen zu Toulon widmet sich der Arbeitskreis sehr intensiv. 1981 nehmen die Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen mit einer starken Delegation am dortigen Festival de la Mer teil, wo sie eine Ausstellung über Stadt und Hafen Mannheim sowie über die Entwicklung der Jumelage zwischen beiden Städten und den beiden Kreisen betreuen, die sie vorher selbst in Mannheim zusammengetragen und organisiert haben. 1983 setzt der Arbeitskreis mit einer Fahrradtour nach Toulon einen von der Öffentlichkeit vielbeachteten Höhepunkt. 1986 besucht eine Delegation der Wirtschaftsjunioren Mannheim- Ludwigshafen den Juniorenkreis in Toulon. Im Mittelpunkt des dreitägigen Zusammentreffens stehen Gespräche über den gegenseitigen Austausch von Schülern und Praktikanten aus den Städten Toulon, Mannheim und Ludwigshafen.

Schule und Wirtschaft (AKS)

Der Arbeitskreises Schule und Wirtschaft setzt den Dialog zwischen Schule und Wirtschaft durch sehr erfolgreiche Aktionen und Veranstaltungen fort. Zielgruppe der Wirtschaftsjunioren bleiben zunächst die Lehrer, ihnen soll ein Einblick in die betriebliche Realität und Wirtschaftspraxis vermittelt werden, die das Studium so nicht geben kann, damit aufgrund dieses Praxisbezugs die Lehrer unser Wirtschaftssystem als ökonomische Grundlage unserer freiheitlich- demokratischen Gesellschaftsordnung den Schülern ideologiefrei erklären und wirtschaftliche Zusammenhänge aufzeigen können. Denn die Kenntnis der ökonomischen Fakten und Zusammenhänge ist Garant dafür, dass die politische Urteilsbildung vorurteilsfrei und realitätsnah erfolgt und das bei Schülern häufig vorhandene Unbehagen gegenüber dem abstrakten Begriff „Wirtschaft“ abgebaut wird. Die Wirtschaftsjunioren geben den Lehrern in monatlichen Nachmittagsveranstaltungen sowie einer Tagesexkursion die Möglichkeit, Betriebe aus dem Einzugsgebiet kennen zu lernen und wichtige wirtschaftliche Themen mit Experten zu diskutieren. Das außerordentliche Interesse der Lehrer an diesen Veranstaltungen zeigt sich in der großen Nachfrage: jede Veranstaltung wird im Durchschnitt von 30 Lehrkräften besucht, obwohl die Lehrer sich in der Regel in ihrer Freizeit weiterbilden. Das baden-württembergische Kultusministerium übernimmt die von den Junioren angebotene „Wirtschaftskunde für Lehrer“ in seinen eigenen Weiterbildungsplan und bietet solche Veranstaltungen nunmehr selbst an. 1982 starten die Wirtschaftsjunioren die Aktion „Schulmedienkoffer“, ein Koffer voll mit wertvollem Lehrmaterial zur Unterstützung des wirtschaftskundlichen Unterrichtes in Form von Texten, Folien und einer Tonbildschau. Gespür für die Lücken im Bereich von Schule und Wirtschaft beweisen die Wirtschaftsjunioren mit dem Computer-Colleg im Jahre 1984. In mehreren Seminaren wird insgesamt 80 Lehrkräften Grundwissen der EDV und der Programmiersprachen BASIC und PASCAL vermittelt. Die Firma Triumph-Adler stellt zehn PC kostenlos zur Verfügung, ein Arbeitskreismitglied die entsprechenden Büroräume im Zentrum von Mannheim, Junioren und Kammer finanzieren die Referenten. Elementare Betriebswirtschaftslehre versuchen die Wirtschaftsjunioren den Lehrern über ein mehrtägiges computergestütztes Planspiel näherzubringen. Der Erfolg ist so groß, dass Seminare nicht nur für Gymnasiallehrer, sondern auch für Lehrkräfte aus dem Haupt- und Sonderschulbereich angeboten werden. 1985 wird sogar mit 16 Vertretern der Oberschulämter und Kultusministerien ein Seminar durchgeführt, um die Schulverwaltung von der Effizienz des Seminars und der Lehrerweiterbildung zu überzeugen. Für wirtschaftliche Fragestellungen sensibilisiert hat der Arbeitskreis Schüler im Jahre 1986 mit einem bundesweit laufenden „Wirtschafts-Quiz“. Rund 300 Schüler der 10. Klassen aus 20 Schulen im Rhein-Neckar-Raum beteiligen sich am Regionalwettbewerb, der vom Arbeitskreis Schule und Wirtschaft ausgerichtet wird und bei dem die Schüler einige harte Nüsse zu knacken haben. Die Sieger erhalten Preise, die von der heimischen Wirtschaft gespendet worden waren. Dieses Wirtschafts-Quiz wird in den folgenden Jahren wiederholt und das Interesse der Jugend an wirtschaftlichen Fragen gefördert. Mit dem sogenannten „Öko-Planspiel“ für Lehrer und Schüler geht der Arbeitskreis seit 1990 wieder direkt vor Ort in die Schulen. Wirtschaftsjunioren als Moderatoren spielen in verschiedenen Schulen mit Schülern das Wirtschaftsspiel, das einen enormen zeitlichen Aufwand für die Junioren bedeutet. „Der Arbeitskreis Schule kann auf eine ebenso jahrzehntelange Tradition zurückblicken, wie der Juniorenkreis selbst. Lehrer können die gesellschaftliche Meinung widerspiegeln, zur Weiterentwicklung unserer Unternehmen als Sparringspartner dienen. Vielleicht könnte ja das Motto des Arbeitskreises Schule in Zukunft lauten: ‚Von Lehrern lernen‘, oder?“ resümiert Ulrike Mandt, ehemalige Arbeitskreisleiterin und Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses 1988/89.

Bundeswehr und Wirtschaft (AKBW)

Bundeswehr und Wirtschaft (AKBW) Am 6. Dezember 1982 beschließt die Vollversammlung der Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen die Gründung des Arbeitskreises Bundeswehr und Wirtschaft, der sich die Pflege der Beziehungen sachlicher und gesellschaftlicher Art zwischen Wirtschaftsjunioren und Bundeswehroffizieren zur Aufgabe gemacht hat. Die gemeinsam durchgeführten Aktivitäten sollen dem Ziel dienen, Verständnis zu wecken für die Handlungsweisen, Probleme und Ziele der beteiligten Partner – Bundeswehr und Wirtschaft. Im Vordergrund stehen dabei die Organisation von Betriebsbesichtigungen und Gesprächen mit Führungskräften aus der Wirtschaft für Bundeswehroffiziere, um wirtschaftliche Zusammenhänge nahezubringen; die Teilnahme der Offiziere an ausgewählten Veranstaltungen der Wirtschaftsjunioren, die sich bei den Offizieren der im Wirtschaftsjuniorenbereich stationierten Einheiten großer Beliebtheit und starken Zuspruchs erfreuen; die Durchführung von Veranstaltungen für den Gesamtkreis zu Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik wie zum Beispiel der Vortrag von Oberstleutnant S. Kretschmer zum Thema „Wieviel Bundeswehr brauchen wir noch?“ im Jahr 1990; sowie die Teilnahme von Wirtschaftsjunioren an Wehrübungen, Truppenappellen oder Schießwettbewerben. Durch weittragende organisatorische Veränderungen innerhalb der Bundeswehreinheiten im Bezirk der Wirtschaftsjunioren verliert der Arbeitskreis 1991 eingespielte Kontakte und Ansprechpartner, was für die Zusammenarbeit weniger dienlich ist.

Projektgruppe Riesa

Die Umwälzungen im Zusammenhang mit dem Fall der Mauer nutzen die Wirtschaftsjunioren zur Gründung der Projektgruppe Riesa. Am 7. März treffen sich 14 Junioren zur konstituierenden Sitzung der „Projektgruppe DDR“ mit dem Ziel, so schnell wie nur möglich Hilfe für den dortigen Mittelstand und die jungen Wirtschaftler anzubieten. Mit großem Engagement gehen sie daran, Hilfe zu organisieren für diesen problematischen Wirtschaftsraum mit seiner teilweise veralteten Industrie und drohender hoher Arbeitslosigkeit. Nach der ersten Kontaktaufnahme im Juni 1990 stellen die Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen im Laufe des Jahres 1990 eine Handbibliothek mit wirtschaftswissenschaftlicher und juristischer Literatur zur Verfügung. Es werden Seminare in Riesa organisiert und durchgeführt wie zum Beispiel der „Info-Markt“ im Juli 1990, wo 16 Wirtschaftsjunioren aus Mannheim-Ludwigshafen bei einem ganztägigen „Markt der Informationen“ etwa 200 Besucher hauptsächlich über Themen wie Rechnungswesen, Steuern, Finanzierung, Gesellschaftsrecht, Personal und Arbeitsrecht beraten. Gleich zu Beginn gelingt es auch, die Gründung eines Wirtschaftsjuniorenkreises Riesa/Elbe zu initiieren, dessen Gründungsfeier unter Anwesenheit einer Delegation von 35 hiesigen Wirtschaftsjunioren am 2. November 1990 stattfindet. Die Projektgruppe „Riesa“ bietet diesem Kreis Hilfe zur Selbsthilfe an. Es werden weitere Seminare angeboten wie zum Beispiel im März 1991 „Steuern sparen will gelernt sein – die richtige Buchführung“ oder im März 1992 „Die Visitenkarte eines Unternehmens – Marketing und Werbung“. Darüber hinaus gelingt es, etliche Praktika im Raum Mannheim-Ludwigshafen für die Wirtschaftsjunioren aus Riesa zu vermitteln. Anlässlich der Feier des 1. Geburtstages der Wirtschaftsjunioren Riesa in Whelen im Elbsandsteingebirge spielen Wirtschaftsjunioren beider Kreise das Öko-Planspiel. Ein wichtiger Aspekt der Arbeit ist die Kontaktpflege der beiden Kreise und der gegenseitige Gedankenaustausch wie zum Beispiel beim mehrtägigen Besuch der Wirtschaftsjunioren aus Riesa in Mannheim anlässlich des Maimarktes 1991 und 1992 oder bei der Leipziger Dialog-Messe, wo Mannheim-Ludwigshafener und Riesaer Junioren zusammen das Standpersonal stellen. Im Dezember 1991 wird die Projektgruppe Riesa zum „Arbeitskreis Riesa“ umbenannt, weil sich herausgestellt hat, dass die Unterstützung für die Wirtschaftsjunioren in Riesa und die Zusammenarbeit mit ihnen auf längere Dauer angelegt sein sollte. Als beispielhafte Arbeit im Bereich Existenzgründung wird die Unterstützung der Wirtschaft in Riesa durch den Arbeitskreis auf der Bundeskonferenz 1992 in Dortmund mit einem Bundespreis ausgezeichnet.

Projektgruppe Ökonomie und Ökologie

Dass auch mittelständische Unternehmen und sogar Kleinbetriebe im eigenen Haus weit über das gesetzliche Maß hinausgehende Umweltschutzaktivitäten entwickeln, bleibt oft im Verborgenen. Aus diesem Grund gründen Anfang April 1991 engagierte Mitglieder aus eigenem Antrieb die Projektgruppe „Ökonomie und Ökologie“ und schreiben den Ökologie-Preis „Umweltschutz im Wettbewerb“ aus. Bewerben können sich alle kleineren und mittleren Unternehmen aus dem Rhein-Neckar-Dreieck, deren realisierte Umweltschutzmaßnahmen über dem liegen, was das Gesetz vorschreibt. Eine neutrale Jury aus Wirtschaftsjunioren und Umweltschutzexperten wählt unter den fast 30 eingegangenen Bewerbungen die Firma Lack- und Klebstoffwerke Fay GmbH + Co mit Sitz in Mannheim-Seckenheim als Preisträger aus. Bei der Preisverleihung im Oktober 1991 im Kunstverein Mannheim durch die Bundesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren Dr. Annette Winkler erhält der Preisträger eine Stele des Mannheimer Bildhauers Michael Hock, die durch die Verbindung der beiden Materialien Stein und Metall eine Symbiose von Natur und Technik darstellt. Als hervorragendes Beispiel für die Verknüpfung von aktuellen Sachthemen und PR in der Juniorenarbeit erhält die Projektgruppe den Sonderpreis des Bundesvorstandes der Wirtschaftsjunioren Deutschland im Jahr 1992.

Projektgruppe Existenzgründung/-sicherung

Die Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen initiieren im Jahre 1990 die Projektgruppe Existenzgründung/-sicherung. Sie soll den Eigendialog zwischen den Junioren fördern und den Außendialog auch unter dem Gesichtspunkt der Kontaktaufnahme zu neuen interessanten Mitgliedern gewährleisten. Ziel ist es, Existenzgründer oder Jungunternehmer in der Aufbauphase zu unterstützen. Diese sind häufig mit der Umsetzung ihrer Ideen und den damit verbundenen Entscheidungen auf sich allein gestellt. Die Junioren wollen bei den vielfältigen Problemen, die in der Planungs- und Gründungsphase auftreten, helfen und aufzeigen, wie Fehler, die für ein schnelles Scheitern verantwortlich sind, zu vermeiden sind. Um diese Zielsetzung zu erreichen, wird die Idee „UnternehmerDialog“ geboren. In nachmittäglichen Veranstaltungen von drei bis vier Stunden teilen sich Zuhörer und Junioren nach einer Einleitung durch Kurzreferate in Gesprächsrunden mit entsprechender Schwerpunktausrichtung auf. Moderiert von einem Junior wird dort der Versuch unternommen, zwischen den Teilnehmern unter entsprechender Anleitung der Junioren eine Kommunikation über fachspezifische und allgemeine Probleme herbeizuführen. Der UnternehmerDialog bietet die Möglichkeit, den eigenen Erfahrungshorizont zu erweitern, gemeinsame Problemlösungen zu diskutieren und zu erarbeiten. Themenschwerpunkte sind insbesondere Finanzen/Personal/Organisation, Informationsmanagement oder antizipierendes Krisenmanagement.

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