Edu Talk: „Ich lerne, um zu vergessen“

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EduTalk in der Sparkasse Rhein-Neckar Nord

Ein überforderter Lehrer, ein insistierender Kultusstaatssekretär, eine Schülerin, die sich vom Schulsystem nicht zufriedenstellend auf die Berufswelt vorbereitet fühlt, ein Hochschulprofessor, der mehr individuelle Gestaltung innerhalb zentraler Rahmenvorgaben fordert und Wirtschaftsvertreter, die von der Divergenz von Ausbildungsanwärtern aus Schulen unterschiedlicher Bundesländer überfordert sind: Das waren die Zutaten für eine lebhafte Debatte, die sowohl emotional aufgeladene Momente als auch sachliche Überlegungen zum Thema „Wie zeitgemäß ist der Bildungsföderalismus in einer globalisierten Welt“ parat hielt.

Die Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen luden auch in diesem Jahr zum EduTalk in die Räume der Sparkasse Rhein Neckar Nord ein, um traditionell ein aktuelles bildungsrelevantes Thema zielgruppenorientiert und mit Blick auf die Konsequenzen für den Wirtschaftsraum der Metropolregion Rhein-Neckar zu beleuchten. Ob es im Sinne global agierender Unternehmen ist, dass nach der derzeitigen Gesetzeslage schon bei der innerdeutschen schulischen Ausbildung keine einheitlichen Standards herrschen, konnte auch nach einer knapp 120-minütigen Podiumsdiskussion nicht abschließend beantwortet werden. Klar wurde jedoch – und das auch durch die während der Diskussion durchgeführte Publikumsbefragung – dass sowohl aus Sicht von Wirtschaftsunternehmen als auch aus wissenschaftlicher Sicht der Bildungsföderalismus ein zweischneidiges Schwert ist. So sehr unterschiedliche Abschlussqualifikationen beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung bzw. in das Studium Einfluss auf die Zukunftschancen der Schüler haben, so sehr kann eine individuell und freiheitlich, mehr auf dem Kompetenzbegriff und weniger dem starren Schulnotensystem basierende Bildungspolitik mehr oder weniger gut für eine einheitliche Entscheidungsfindung für die Wirtschaft sein.

Die zahlreichen Impulse für eine in die Zukunft gerichtete Schulpolitik verwandelte der Poetry-Slammer Dalibor in seinem Rahmenprogramm blitzschnell, wortgewandt und mit feinem Esprit in ein Ergebnis, das viele Fragen offen ließ. Bei den Zuhörern konnte nach Austausch der Argumente auf dem Podium jedoch teilweise ein Sinneswandel bei der zentralen Frage der Abschaffung des Bildungsföderalismus festgestellt werden.

Ein Bericht von Azize Ekinci.

Fotos von Nikola Popovic / BLIM – Agentur für Digitales Marketing & Kommunikation.


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