Digital Leadership im öffentlichen Dienst?

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Im Juli hatte ich die Ehre, als Podiumsdiskussionsteilnehmer an der Sommerakademie der Führungsakademie Baden Württemberg teilzunehmen. Vielleicht fragen Sie sich: Was soll denn das sein?

Kurz: Eine Veranstaltung, die sich dem Thema „Führung im Zeitalter der Digitalisierung“ widmet: Digital führend, digital führen und führen von Digital Natives.
Professor Dr. Hermann Hill und Professor Peter Weibel referierten zunächst über den Status Quo, die Zeichen der Zeit: Was ist alles möglich mit den neuen Technologien für die öffentliche Verwaltung? Bedrohen sie die öffentliche Verwaltung oder fördern sie diese? Wie wird die öffentliche Verwaltung für Digital Natives interessant? Lassen sich Technologien zur Führung einsetzen?

Gerade in der Diskussion wurde mir als Außenstehendem etwas bewusst: So verstaubt, wie man oft annimmt, ist die Verwaltung gar nicht. Für Digital Natives ist die Sicherheit des Jobs in Verbindung mit der Möglichkeit der Teilzeit oft interessant. Führungskräfte werden durch Angebote der Akademie auf die Besonderheiten der Führung trainiert. Die Forschungseinrichtungen und Hochschulen der Verwaltung sind dabei am Puls der Zeit.

Es wurde darüber gesprochen, wie man so als Führungskraft Digital Natives besser verstehen kann und tatsächlich, am Beispiel der Programmierer, wurde vorgeschlagen, mal selbst die Grundzüge der Programmierung zu erlernen. Eine kurze Befragung des Publikums stieß da auf Gegenliebe. Vor allem wenn man es, wie von mir vorgeschlagen, im Rahmen von Lehrgängen macht, in dem eigene Probleme durch eine Programmierung gelöst werden.

Meiner Meinung nach wird über Digitalisierung gesprochen, jedoch weniger über die persönlich damit verbunden Ängste. Diese Ängste, von einer Lösung ersetzt zu werden und durch eine Lösung die Kontrolle zu verlieren. Als Führungskraft ist es notwendig, einerseits diese Ängste zum Thema zu machen und auch sich selbst bei Entscheidungen zu hinterfragen.

Als Vertreter der Wirtschaft habe ich meine persönlichen Ansichten zu moderner Führung geäußert. Führung ist für mich situativ, ebenwürdig und sollte verbessernd erfolgen. Gerade hochwertige Fachkräfte brauchen weniger einen „Leiter“, sondern einen Unterstützer. So werden kreative Leistungen zielgerichtet und das Team bewegt sich gemeinsam in eine Richtung, ohne an Individualität zu verlieren.

Ein Beitrag von Ricardo Cali.


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