„Es kommt eine junge Generation von pragmatischen Politikern mit Gestaltungswillen“

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Es gibt Licht am Ende des Tunnels, ungefähr so könnte man die zentrale Message Dr. Helge Fuhsts zusammenfassen. Und der Mann muss schließlich wissen von was er spricht, immerhin ist der promovierte Politikwissenschaftler seit Jahren im stetigen Austausch mit den Politikern des Landes.
Als Gast unserer seit Jahren gemeinsam mit dem Kreis Heidelberg organisierten Veranstaltung KLARTEXT luden wir den zweiten Chefredakteur von ARD-aktuell, seit kurzem verantwortlich für das Flaggschiff deutscher Nachrichten, die Tagesthemen in Hamburg, am vergangenen Donnerstag dazu ein, einen kritischen Blick auf die Frage zu werfen, wie Politiker und Parteien der Zukunft aussehen müssen, um erfolgreich zu sein. Zuvor war Fuhst zwei Jahre Programmgeschäftsführer von phoenix und in Washington als Auslandskorrespondent der ARD.

Vor knapp 90 Gästen in der IHK Rhein-Neckar in Mannheim sprach der 33-jährige nach einer kurzen thematischen Einleitung zum Thema „Vertrauen in Politik“ über eine Stunde pointiert und höchst eloquent über seine Erfahrungen mit der aktuellen Reihe an Politikern, garniert mit spannenden, kurzweiligen Geschichten aus dem Nähkästchen.
Dabei attestierte Fuhst vielen Politikern eine gewisse Profillosigkeit. Es fehle oft an „klarer Kante“, an Themen, für die eine Person ganz klar steht.
Gleichzeitig diagnostizierte er aber auch, dass der Druck, stetig, quasi täglich, mit Aussagen, Meinungen oder Botschaften präsent zu sein, vor allem in den sozialen Medien, den Trend zusätzlich befeuere.

Trotzdem ist Fuhst, wie eingangs gesagt, um die Zukunft nicht bange: während er vor ein paar Jahren deutlich pessimistischer gewesen wäre, sieht er heute eine Generation von gestaltungswilligen Politikern in der „zweiten Reihe“, die mit Pragmatismus die Zukunft gestalten will oder das bereits tut.
Ein durchaus interessanter Ausblick, der Mut machen kann, aber auch merklich Potential für andere Sichtweisen bietet – was die zahllosen Fragen im Anschluss verdeutlichten, die auch beim gemeinsamen Get Together im Anschluss kein Ende fanden.

Ein Beitrag von Maximilian Hartmann. Fotos von Ulrike Reinhard & Thomas Riehm.


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