Klartext 2021

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Künstliche Intelligenz – Eine Frage der Ethik im Jahre 2021: „Alexa, stelle meinen Wecker auf 6:30!“ Aber wo fängt Künstliche Intelligenz an und wo sollte sie aufhören?

Passend zu diesem Beispiel handelte die diesjährige KARTEXT-Veranstaltung des Arbeitskreises Kritisches Engagement in Politik und Gesellschaft (KEP) der Wirtschaftsjunioren Mannheim – Ludwigshafen e.V., von „Künstlicher Intelligenz – Eine Frage der Ethik“.

Im Auditorium der DHBW Mannheim sind Wirtschaftsjunioren, Freunde und Partner der Junioren, Studierende, Professoren sowie weitere Gäste zusammengekommen, um den Impulsvorträgen verschiedener Gastredner ein Ohr zu schenken.
Moderiert wurde der Abend durch Andreas Cramer, Mitglied der Wirtschaftsjunioren und Projektleiter der KLARTEXT-Veranstaltung 2021 sowie Maximilian Schulz, dem Kreissprecher 2021 sowie dem Arbeitskreisleiter des ausrichtenden Arbeitskreises. 

Dr. Rainer Hoffmann startete die Vortragsreihe und legte hierbei seinen Fokus auf die „heutigen Möglichkeiten und Grenzen der Künstlichen Intelligenz (KI)“. Auch wenn KI das Leben sehr viel effizienter gestalten kann und gerade in betrieblichen Abläufen eine Möglichkeit zur Verbesserung darstellt, betonte er vielerlei Grenzen. Sei es, dass die KI kein „menschliches Verständnis“ hat oder „statistische Fehler“ auftreten. Er kam außerdem auf die „diskriminierenden Züge“ von KI zu sprechen; eine dunkelhäutige Frau wird bei einer Gesichtserkennung beispielsweise schlechter erkannt als ein hellhäutiger Mann.

Die Perspektive aus der Wirtschaft brachte Martin Beck in die Runde ein. Er stellte fest, dass sich der Einsatz von KI in der Wirtschaft seit 2019-2021 verdoppelt hat und wir in einer transformativen Zeit leben. Hierbei sei ein besonders großer Bedarf an Fachleuten aufgekommen, da sich mit dieser Entwicklung komplett neue Aufgaben und Berufsfelder ergeben. Die technologische Transformation ergebe zwar neue berufliche Chancen, allerdings verwies er auch auf schon bestehende Regulatorien wie z.B. die Richtlinie der EU-Kommission sowie die Leitlinie der Eiopa für künstliche Intelligenz in der Versicherungswirtschaft und deren Hintergründe, die die Risiken von KI minimieren wollen. 

Polizei. Kriminalität. Strafverfolgung, aufgegriffen am Beispiel des US-amerikanischen Science-Fiction-Thrillers, „Minority Report“ von Steven Spielberg aus dem Jahr 2002 gab Prof. Dr.-Ing. Konstantin Bayreuther seinen Impuls, mit dem Schwerpunkt der KI in Bezug auf „Potentiale in der Strafverfolgung“.

Es wurde recht schnell klar, dass KI sehr nützlich sein kann, um „vorhersagende Polizeiarbeit“ zu leisten. Mit Hilfe von Analysen kann festgestellt werden, wo welche Einsatztruppe am besten positioniert werden kann. Oder aber diese wird nützlich, um sog. „deepfakes“ zu erstellen und durch diesen Zugang zu Medien zu bekommen mit denen Straftaten aufgedeckt werden können. 

Nichtsdestotrotz musste auch er darauf verweisen, dass durch KI schon einige Fehler aufgetreten sind. Abgerundet wurden die Vorträge durch den Denkanstoß von Prof. Sr. Andreas Suchanek. Er widmete sich dem Thema der nicht intendierten Nebenwirkungen von künstlicher Intelligenz.  
Er sprach von dem positiven „gelingenden Leben“. Dieses geht auch immer einher mit negativen Ereignissen. Diese Konzeption lässt sich auch auf den Einsatz von KI übertragen: diese bringt Vorteile, jedoch auch teilweise unerwünschte Folgen, wie z.B. die ständige Überwachung der persönlichen Daten. Er forderte auf, etwas länger nachzudenken und frühzeitig Leitplanken einzuziehen, die unsere Gesellschaft und das menschliche Individuum schützt.

Er zeigte auch auf, dass Regulatorien das „Spiel KI“ interessant macht und sich hieraus neuartige Geschäftsmodelle erarbeiten lassen, die weltweit Reichweite und eine hohe Relevanz erhalten können. Zwischen den Impulsvorträgen der Referenten wurden Fragen der Wirtschaftsjunioren sowie Zuschauerfragen aufgegriffen, um den gegebenen Impuls zu stärken. 
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Entwicklung der KI wegweisend sein wird. Hierdurch lassen sich viele Prozesse effizienter gestalten. Allerdings kommen hiermit auch einige Grenzen und Gefahren auf, die ständig evaluiert werden müssen, denn wir sollten KI so nutzen, dass wir es später nicht bereuen werden.

Alle Gastredner waren sich einig, dass daher klare Definitionen und Regelungen notwendig sein werden, um hiermit ordentlich umgehen zu können. KI muss „robust, ethisch und vertrauenswürdig“ sein. Diese soll niemals alleine Entscheidungen treffen sollen und muss in Symbiose mit der „natürlichen Intelligenz“ des Menschen existieren. Alsbald diese Forderungen erfüllt sind, ist KI ein wahrer Gewinn für eine moderne Gesellschaft und die junge Wirtschaft.

Wir möchten uns im Namen der Wirtschaftsjunioren bei allen Gastrednern für ihren lehrreichen Beitrag bedanken. Ebenso möchten wir der DHBW danken, dass die Veranstaltung im Auditorium stattfinden konnte.

Ein Beitrag von Anabel Görtz.


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